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SWISS MADE

Caleido Ensemble

Das Caleido Ensemble ist eine kammermusikalische Formation mit Klarinette, Streichinstrumenten und Klavier. Leitidee des Ensembles ist es, die Klangfarben diverser Instrumente in verschiedenen Kombinationen immer wieder neu zu mischen und so abwechslungsreiche Programme zu schaffen, welche vielfarbig wie die  Lichtbrechungen eines Kaleidoskops schillern. Es arbeitet auch mit Künstlern aus anderen Sparten (Wort, Tanz) zusammen. Das Repertoire des Ensembles ist sehr vielfältig; es umfasst sowohl bekannte Meisterwerke als auch interessante Werke, welche – zu Unrecht – seltener im Konzertsaal zu hören sind, und Uraufführungen.
Gegründet wurde das Ensemble 2005 von der Klarinettistin Sabrina Bäbler und dem Pianisten Benjamin Kellerhals, welche auch als Caleido Duo auftreten und zusammen eine CD eingespielt haben. Fortan konzertierte das Ensemble in der Schweiz und Deutschland in verschiedenen Besetzungen von Duo bis Quartett, manchmal erweitert mit anderen Künstler/innen, etwa vier Tänzerinnen mit einer Choreographie zu Messiaens „Quatuor pour la Fin du Temps“. Musikalische Gäste waren die Sängerin Dorothee Labusch und der Geiger Florian Kellerhals. Seit 2014 komplettieren der Cellist Emanuel Rütsche und die Geigerin Annette Birkenmeier das Ensemble.

Sabrina Bäbler, Annette Birkenmeier, Emanuel Rütsche und Benjamin Kellerhals (v.l.n.r.)


Biographien

Sabrina Bäbler, Klarinette
Sabrina Bäbler ist im Glarnerland aufgewachsen. Nach der Matura in Glarus folgte ihr Klari- nettenstudium an der Musikhochschule Lübeck (Deutschland) in der Klasse von Prof. Sabine Meyer. Weitere künstlerische Impulse erhielt sie mit einem Erasmus-Stipendium am Concer - vatoire National Superieur de Musique Paris bei Prof. Pasqual Moragues (Frankreich) und als langjährige Stipendiatin bei Prof. Hans Deinzer in Bobbio (Italien). Ihre solistische Ausbildung vervollständigte sie bei Prof. Hansrudolf Stalder in der Schweiz.
Ihre Konzerttätigkeit führte sie in diverse Länder Europas und Nordamerikas – etwa als Solis- tin mit verschiedensten internationalen Orchestern wie dem Trondheimer Sinfonieorchester (Norwegen), der Filharmonica de Stat Transilvania Cluj (Rumänien) oder dem Orchester Jena (D). Als Orchestermusikerin wirkte sie unter anderem mit der Jungen Europa Philharmonie, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Musikkollegium Lübeck (D), dem CNSMP Orches- ter Paris sowie als Aushilfe in diversen Orchestern im In- und Ausland mit.
Bereits in der Ausbildung galt ihr künstlerisches Interesse der Kammermusik. In Kammermu- sikkursen bei Walter Levin, dem Artemis- und dem Miro-Quartett konnte sie dies vertiefen. So konzertierte sie an diversen Festivals wie der Musikwoche Braunwald oder dem Menhir Music Festival und absolvierte mit dem Trio Printemps – unterstützt von der internationalen Stiftung für Kultur – Konzerttourneen. Zusammen mit ihren Kammermusikpartnern Bettina Lenz (Violistin der Elbphilharmonie) und dem Pianisten Prof. Jakob Leuschner war sie mehr- jährige Stipendiatin von Yehudi Menuhin Live Music Now in Hamburg.
Mit ihrem langjährigen Klavier-Duopartner Benjamin Kellerhals, mit welchem auch eine CD- Einspielung entstand, gründete sie die Kammermusikformation „Caleido Ensemble“, mit wel- chem sie regelmässig auftritt.
Nebst der künstlerischen Tätigkeit unterrichtet sie als freiberufliche Musikerin. Sie betreut immer wieder Jungtalente und angehende Musikstudierende und leitet regelmässig Kam- mermusikkurse.
Darüber hinaus ist Sabrina Bäbler promovierte Fachärztin. Aktuell lebt sie in Luzern und Elm.


Annette Birkenmeier, Violine
Die Geigerin Annette Birkenmeier wurde 1963 in Basel geboren und ist eine gefragte Kammermusikerin und Pädagogin. Neben dem klassischen Repertoire bewegt sie sich in verschiedenen Stilrichtungen wie der Barockmusik mit historischen Instrumenten, der griechischen Volksmusik, der Gamelan Musik, Balkanfolk und in der improvisierten Musik.
Nach der Matura absolvierte sie das Violinstudium bei Thomas Füri am Konservatorium in Winterthur. Nach Abschluss des Lehrdiploms setzte sie ihre Studien in der Konzertklasse von Rudolf Koelmann an der Musikhochschule in Zürich fort. Weitere wichtige künstlerische Impulse erhielt sie durch Kammermusikkurse bei Walter Levin und Dr. Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett) an der Musikhochschule Basel.

1991-1993 war sie Mitglied der Mozart Camerata in Los Angeles (USA) und trat regelmässig als Solistin mit verschiedensten Orchestern wie dem Grossmont Symphony Orchestra auf.
Regelmässige Kammermusikkonzerte führten sie in viele Länder Europas und Asiens, so auch auf eine Japan Tournee mit dem Oktett der Kammerphilharmonie Winterthur, welches in den renommierten Sälen des Landes konzertierte. Sie war Mitglied des Ripieno Kammerorchesters und des Schaffhauser Barockensembles sowie Konzertmeisterin der Operette Sirnach und des Thurgauer Kammerorchesters. Als Mitglied des Ensemble Passio und des Caleido Ensembles, welche stets innovative Programme entwickeln, konzertiert sie in der Schweiz.
Kooperationen mit verschiedenen Künstlern wie Franz Hohler, Adolf Muschg und ihren Geschwistern  im  Theaterkabarett  Birkenmeier,  wo  sie  als  Geigerin  mit  dem  Programm
„Weltformat“ unterwegs war, bereicherten ihre musikalischen Tätigkeiten.
Annette Birkenmeier unterrichtet seit 1995 am Konservatorium Winterthur eine Violinklasse, in der sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie auch Vorstudierende und Förderpro- grammschüler/innen betreut. Regelmässig gibt sie Kammermusikkurse unter anderem am Konservatorium Bern, am Konservatorium Winterthur, sowie im Hindemith-Zentrum in Blo- nay (VD). Zudem betreut sie seit über zwanzig Jahren die Streicherschulung des Winterthu- rer Jugend Sinfonieorchersters (WJSO).


Emanuel Rütsche, Violoncello
Emanuel Rütsche ist in St. Gallen geboren und aufgewachsen. Nach der Matura studierte er Cello in der Klasse von Claude Starck an der Musikhochschule Zürich. Auf das Lehrdiplom folgten Studien bei Xavier Gagnepain (Paris) und bei Angela Schwartz (Basel). Wichtige kammermusikalische Impulse erhielt er von Matthias Enderle und Wendy Chapney (Carmina Quartett). Rudolf Lutz verdankt er wertvolle Einsichten und Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis (Barockcello) und generell in der werkgetreuen Erarbeitung von Partituren. Eine Gesangsausbildung (David Thorner, Bodil Gümoes), Dirigierkurse und eine intensive Arbeit in Alexandertechnik rundeten seine Ausbildung ab.
Während 15 Jahren war er Cellist im Ensemble Theater am Gleis (TaG) Winterthur, mit welchem er zahlreiche Werke uraufführte und mit zeitgenössischen Komponist*innen wie Sofia Gubaidulina, Roland Moser oder Bettina Skrypczak zusammenarbeiten durfte. Mit dem Oktett der Kammerphilharmonie Winterthur widmete er sich über viele Jahre hinweg der grossbesetzten Kammermusik. Gemeinsam mit Martina Hofmann und Valentin Gloor (Stimmen) sowie Tabea Schöll (Tasten) sass und stand er in zahlreichen szenischen Produktionen als singender Cellist auf der Bühne. Seit mehreren Jahren widmet er sich als Mitglied des Trio Flair erneut der zeitgenössischen Musik. Konzertreisen führten ihn mit diesem Ensemble u.a. nach Italien und nach Argentinien, wo es auch im Teatro  Colon (Buenos Aires) auftrat. Im Ensemble Passio, das ein Streichquartett mit zwei Frauenstimmen (Martina Hofmann und Dorothee Labusch) zu einem Klangkörper vereinigt, ist er Cellist und Mitgestalter der Programme. Ebenso ist er seit ein paar Jahren Mitglied des Caleido Ensemble, welches die Klangfarben von Klarinette, Streichern und Klavier in verschiedenen Besetzungen mischt. Mit dem Pianisten Junichi Onaka widmet er sich in Rezitalen vor allem dem klassisch-romantischen Sonaten-Repertoire. Seit 2003 ist er Dirigent und künstlerischer Leiter der Sinfonietta Höngg (Zürich), einem Amateurorchester in sinfonischer Besetzung.

Mit grosser Leidenschaft widmet sich Emanuel Rütsche auch vielfältigen pädagogischen Aufgaben: In seiner Celloklasse am Konservatorium Winterthur unterrichtet  er Schüler*innen vom Kindergarten bis weit über das Pensionsalter hinaus, Anfänger*innen, Fortgeschrittene ebenso wie Vorstudierende. Weitere pädagogische Schwerpunkte bilden die Arbeit mit jugendlichen Cellist*innen an den Kantonsschulen Aarau sowie  der Lehrauftrag für Fachdidaktik an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Seit 2003 leitet er ausserdem den Interpretationskurs Cello der Kulturwochen Arosa.
Er lebt mit seiner Familie in Winterthur.


Benjamin Kellerhals, Klavier
Benjamin Kellerhals wurde 1973 als jüngster Sohn einer Musikerfamilie in Basel geboren. Nach der Matura begann er sein Klavierstudium an der Musikhochschule Basel in der Klasse von Peter Efler. Dem Lehrdiplom folgten weitere Studien am Konservatorium in Rotterdam (NL) bei Michael Davidson (Konzertdiplom) sowie an der Musikhochschule Luzern in der So- listenklasse von Ivan Klánský (Solistendiplom). Zahlreiche Meisterkurse (Zoltan Kocsis, Pavel Gililov, Edith Fischer, Josep Colom u.a.) sowie Intensivkurse bei Rudolf Kratzert in Kombinati- on mit Alexander-Technik rundeten seine fundierte Ausbildung ab.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn in diverse Länder Europas – mit Solorezitals, als Solist mit Orchester, als Liedbegleiter und mit verschiedensten Kammermusikformationen. So wirkte er an Festivals wie „les muséiques“ (Basel), „Uroczysko“ (Suprasl/Polen) oder der „Musikwo- che Braunwald“ mit und konzertierte in Sälen wie „De Doelen“ (Rotterdam/NL), der Tonhalle Zürich oder im KKL Luzern.
Regelmässig tritt er mit dem „Caleido Ensemble“ auf, welches er mitbegründete. Weitere re- gelmässige Kammermusikpartner sind die Sängerin Dorothee Labusch, der Geiger Martin Bauder, die Pianistin Irina Vardeli und sein Bruder Florian Kellerhals (Violine).
Sein künstlerisches Interesse hat sich in den letzten Jahren darauf fokussiert, thematische, teils auch spartenübergreifende Programme zu entwickeln – z.B. „Fantasien“ (Solorezital), Messiaens „Quatuor pour la fin du Temps“ mit Tanz, „Beau Soir“ (französischer Duo-Abend mit Violine kombiniert mit französischen Gedichten), „¿Habla español?“ (spanisch-argentini- scher Duo-Abend mit Violine), „Mit zwei Flügeln um die Welt“ oder musikalisch-literarische Programme mit Liedern und Texten über Clara Schumann und Kurt Weill.
Benjamin Kellerhals pflegt die ganze Breite des klassischen Repertoires mit Schwerpunkten bei der Klassik, der Romantik und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Davon zeugen auch seine CD-Einspielungen „Portrait“ (solo) und „Caleido Duo“ (mit der Klarinettistin Sabrina Bäbler).
Nebst seiner reichhaltigen künstlerischen Tätigkeit unterrichtet er am Konservatorium Win- terthur, wo er auch einige herausragende Jungtalente und angehende Musikstudierende so- wie zusammen mit der Sängerin Dorothee Labusch eine Liedklasse betreut, und leitet Kam- mermusikkurse.
Er lebt mit seiner Familie in Winterthur. www.benjaminkellerhals.ch


Michael Birkenmeier, Sprecher (Gast)
Michael Birkenmeier, geb. 1956 in Basel, studierte Klavier am Konservatorium in Basel und schloss im Hauptfach mit Bestnote ab. Gleichzeitig bildete er sich am
„Studio für Musik und Theater“ des Konservatorium BS zum Schauspieler aus.
Bevor er als Solokabarettist auftrat, spielte er ein Jahr im Ensemble des Theater Fauteuil/Basel. Daneben korrepetierte  er am Basler Konservatorium in der Chanson- Klasse von Inge Borkh und übernahm schliesslich 1984 deren Leitung bis ins Jahr 2005.
Sein Soloprogramm „Schmerzartikel“ (1981-83), löste Erstaunen aus („Neuer Stern am Kabarett-Himmel“) und machte ihn mit einem Schlag in der Schweiz bekannt. Sein Solo wurde für das Schweizer Fernsehen aufgezeichnet.
Ab 1984 spielte er zusammen mit seiner Schwester Sibylle Birkenmeier musikalisch- literarisches Kabarett, das in der Schweiz und im ganzen deutschsprachigen Raum grosse Begeisterung auslöste. Es entstanden unzählige Radio- und TV-Aufzeichnungen. In den 80er Jahren erhielten die beiden alle Preise und Auszeichnungen, die es in ihrem Fach zu erspielen gab: Salzburger Stier, Deutscher Kleinkunstpreis, Oltener Tanne.
Michael Birkenmeier komponiert, arrangiert und schreibt die Texte für die zahlreichen Kabarett-Programme. Auch wird das Geschwister-Duo sehr geschätzt als kabarettistische Tagungs- und Kongressbegleiter für themenbezogene Projekte in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft: Bildung, Medizin, Architektur, Psychologie, Politik, Religion... Mit ihrem unverwechselbaren Stil – ihrem musikalischen Theaterkabarett – trotzen die beiden der Comedy-Welle und der Verflachung in der Kleinkunst und präsentieren seit bald 40 Jahren immer wieder neue satirisch gepfefferte Programme zu politisch aktuellen Themen, die sie in der ganzen Schweiz zeigen und die von Radio SRF gesendet werden.
Michael Birkenmeier tritt auch immer wieder als Sprecher auf in musikalischen Projekten mit Orchestern (Sinfonieorchester Basel, Basel Sinfonietta, BKO) und mit verschiedenen Kammermusik-Ensembles.
www.theaterkabarett.ch

Projektbeschrieb “Made in Switzerland”

Das Caleido Ensemble präsentiert ein neues abwechslungsreiches Programm mit Kompositionen aus verschiedenen Epochen in verschiedenen Besetzungen von Duo bis Quartett, denen eines gemeinsam ist: Sie wurden in der Schweiz komponiert. Durchs Programm führt der Kabarettist Michael Birkenmeier. Aus unterschiedlichsten Gründen haben Künstler aller Sparten immer wieder in der Schweiz gearbeitet. Oft war es die Notwendigkeit des Exils und/oder die wichtigen und überdauernden Kontakte und Beziehungen zu Freunden und Gönnern, nicht selten aber auch die Suche nach Ruhe und Inspiration durch Landschaft oder Brauchtum, welche unser Land zum Geburtsort grossartiger Musik werden liessen. Das Caleido Ensemble bringt Werke aus der Feder von Komponisten unterschiedlichster geografischer und stilistischer Herkunft zum Klingen: 

Felix Mendelssohn komponierte mit gerade mal 13 Jahren sein verblüffend ausgereiftes erstes Klavierquartett Op. 1 auf einer Familien-Reise durch die Schweiz. Beeindruckt von den landschaftlichen Schönheiten, welche er selbst in Aquarellen festhielt, sollte es nicht seine letzte Reise in die Schweiz bleiben. Auch Johannes Brahms war mit der Schweiz eng verbunden. In den Sommermonaten der Jahre 1886-88 schlug er jeweils seine Zelte am Thunersee auf, wo er einige bedeutende Werke vollendete, darunter das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester, dessen Mittelsatz Hans Hörni für das Caleido Ensemble als Quartett arrangiert hat. Der Russe Igor Strawinsky liess sich kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit seiner Familie am Genfersee nieder und knüpfte dort wichtige künstlerische Kontakte, etwa zum Schriftsteller Charles-Ferdinand Ramuz, mit dem er gemeinsam das Musik, Wort und Tanz vereinende Kammerspiel „L'Histoire du Soldat“, welches auf Märchenvorlagen seines Landsmanns Afanassiew beruht, schuf. Wenig später veröffentlichte er auch eine Suite, welche die für sieben Instrumente komponierte Musik in einer Trio-Version komprimiert wiedergibt.

Der tschechische Komponist Bohuslav Martinu verbrachte seine letzten Lebensjahre ab 1956 beim Mäzen Paul Sacher in der Nähe von Basel und komponierte dort – schon gezeichnet von seiner Krebserkrankung – sein zweites Duo für Violine und Violoncello.
Natürlich dürfen auch zwei Schweizer Komponisten im Programm nicht fehlen, welche in ihren Kompositionen den Blick in die Ferne beziehungsweise in die Vergangenheit schweifen lassen: Der Luzerner Alfred Felder beschäftigt sich im Trio „Vision Quest“ mit der Kultur der Schamanen. Und der Zürcher Fabian Müller lässt sich für sein Quartett „La Folia Variationen“ vom italienischen Barock inspirieren.
Gemeinsam mit dem Publikum geht das Caleido Ensemble, unterstützt vom scharfzüngigen Sprecher Michael Birkenmeier, diversen Fragen nach: Was bewirkt bei den „Komponisten- Touristen“ Brahms und Mendelssohn die Schweiz als Schaffensort? Schlagen sich die Schweizer Landschaften in ihren Kompositionen nieder? Und wenn ja, wie? Verleiht das Urtümliche und Bleibende den Kompositionen eine ruhige Tiefe und Erhabenheit? Oder fördern die kontrastrierenden Realitäten auf engem Raum etwa zwischen mediterraner Seepromenade und Hochgebirge eine besondere kompositorische Vielfalt oder Dramatik im Ausdruck? Ist die relative Sicherheit und Stabilität, welche die Schweiz den Exilanten Strawinsky und Martinu im 20. Jahrhundert bietet, spür- und hörbar? Und wirkt diese helvetische Landschaft, geografisch und gesellschaftlich gesprochen, auch auf die „einheimischen“ Künstler? Zeigt sich da auch besondere Vielfalt auf engstem Raum oder ein Grundton der Stabilität oder Sicherheit? Oder bewirkt eine schweizerische Herkunft vielleicht im Gegenteil vor allem eine Sehnsucht nach dem Anderen, nach dem Fremden, ein grosses Fernweh in Raum (Felder) und Zeit (Müller)?

Detailprogramm:
Felix Mendelssohn (1809-1847)  Klavierquartett c-Moll Op. 1: 1. Satz Allegro vivace
Alfred Felder (*1950)  „Vision Quest“ für Klarinette, Violoncello und Klavier (2014) – öffentliche Uraufführung
Igor Strawinsky (1882-1971)  „L'Histoire du Soldat“ – Trio-Suite für Violine, Klarinette und Klavier (1918):
Marche du Soldat, Tango – Valse – Rag, Danse du Diable
Bohuslav Martinu (1890-1959) Duo Nr. 2 D-Dur für Violine und Cello H. 371 (1958): 2. Satz Adagio und 3. Satz Poco Allegro
Johannes Brahms (1833-1897)  Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester Op. 102:
2. Satz Andante (Bearbeitung von Hans Hörni für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier)
Fabian Müller (*1964) La Folia Variationen – Metarmorphosen eines antiken Tanzes für Quartett (2014)

Caleido Ensemble:
Sabrina Bäbler, Klarinette
Annette Birkenmeier, Violine
Emanuel Rütsche, Violoncello
Benjamin Kellerhals, Klavier
Michael Birkenmeier, Sprecher (Gast)
 

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